Flotte 85250

Naturschutz-Notruf
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Die Mödlinger Berg- und Naturwacht hat mit dem Ankauf von 20 "Nistkasten-Rohlingen" nicht nur die "Lebenshilfe Steiermark" unterstützt, sondern wird mit den fertiggestellten Nisthilfen auch Höhlenbrütern unter den Singvögeln bei der Aufzucht ihres Nachwuchses behilflich sein. Das rohe Holz wurde noch geschliffen, an der Außenseite wetterfest imprägniert und mit einem wasserfesten Dach versehen.

Viele werden sich fragen, warum wir das nicht der Natur überlassen. Die Antwort ist sehr einfach: in unserem Einsatzgebiet wird sehr viel geschlägert, möglicherweise sogar mit nistenden Vögeln in den Baumstämmen. Auch das Totholz findet im Fernheizwerk Verwendung. Das ist der Grund, warum - nicht nur wir - mit Nisthilfen „aushelfen“.

Amsel, Bachstelze, Grauschnäpper, Hausrotschwanz, Rotkehlchen und Zaunkönig z. B. brüten nicht in Nistkästen mit einem Loch, sondern nur in sogenannten Halbhöhlen-Nisthilfen, die  als Ersatz für Brutnischen und Spalten dienen. Wer aber dort wirklich einzieht, kann nicht beeinflusst werden.

Fotos: Bruno Wiederkum, Karl Lenk

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Die sehr „rustikalen“ Nistkästen aus einer Behindertenwerkstätte mussten natürlich entsprechend adaptiert werden. Das Flugloch wurde mit einem Blech geschützt, um Nesträubern das Vergrößern unmöglich zu machen. Der Riegel aus Holz wäre für Krähen, Eichelhähern, Eichkätzchen, Elstern usw. kein Hindernis, um das Türchen zu öffnen. Daher wurde er durch einen mit 2 Schrauben befestigten Alu-Riegel ersetzt. Scharfe Kanten wurden gebrochen, raues Holz nachgeschliffen und das Dach mit Teerpappe wasserdicht gemacht. Der unregelmäßige Zuschnitt wurde soweit wie möglich ausgeglichen, aber die natürlichen Nisthöhlen sind auch nicht symmetrisch ………..

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Nun ist es bald geschafft. Die Nistkästen sind fertig und sollen in den  nächsten Tagen an den vorgesehenen Bäumen aufgehängt werden. Die Ringschrauben-Verschlüsse werden senkrecht ausgerichtet, um zu verhindern, dass sich die Vögel nicht wie bei den Meisenknödel-Netzen verfangen können. Natürlich wurde auch eine Visitenkarte angebracht, quasi als Verursacher- und Eigentumsnachweis.  

Am 18.05.2021 war es dann endlich soweit. Bruno und Karl brachten die neuen Nistkästen ins Einsatzgebiet. Dort wurden die Futtersilos abmontiert und durch die neuen Nistkästen ersetzt. Das hat den Sinn, dass sich die letzte noch schwache Brut an den Standort gewöhnt und gleich Futter findet, wenn die Futtersilos im Spätherbst  - gereinigt und renoviert – über die Wintermonate wieder am gleichen Baum aufgehängt werden.

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Obwohl die Nistkästen und die Futtersilos hoch über dem Boden aufgehängt werden, finden sich immer wieder entbehrliche Zeitgenossen, die sich diesen "Luxus" nicht leisten wollen und ganz einfach einen Diebstahl begehen. Im Zorn sagt man sehr schnell "solche Schweine", aber das beleidigt eigentlich unsere friedlichen Haustiere.